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Aktualität und Denkmalschutz

Erst seit ca. 20 Jahren gibt es ein öffentliches Interesse für die seit 1945 errichteten Kirchen und Gemeindezentren.

So erschien 2008 das Buch „Zelt, Schiff und Wohnung: Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne“, von Kerstin Wittmann-Englert Professorin für Architekturgeschichte am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin.

Das seit 2009 unter Denkmalschutz stehende Apostel-Johannes Gemeindezentrum (1) ist in der Veröffentlichung kurz erwähnt. Eine gute Darstellung zur Architektur und Geschichte des Gebäudekomplexes, anlässlich des 50. Jahrestages seiner Einweihung 2021 verfasst, findet sich auf der Internetseite der Gemeinde. (2)

Es ist nach der Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland eines von 400 der insgesamt 3000 Gemeindezentren (neben 16800 Kirchen und Kapellen) die unter Denkmalschutz stehen. (3)

In der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamtes vom Berlin sind sieben evangelische Gemeindezentren als Baudenkmale eingetragen.

Aufgrund eines Jahrzehntelangen behutsamen Umganges mit dem Gebäude besitzt das Apostel-Johannes Gemeindezentrum innen wie außen einen hohen Zeugnischarakter für die Architektur und das Design seiner Zeit.  

Bauaufgabe Gemeindezentrum

Bei der Errichtung von kirchlichen Einrichtungen nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt nicht auf dem Bau von repräsentativen Kirchen, sondern auf der Bereitstellung von Räumen für unterschiedlichste Funktionen und Nutzergruppen z. B. für die Kinder- und Jugendarbeit, für Familien oder ältere Menschen. Gemäß dem Zitat von Dietrich Bonhoeffer „Kirche ist immer dann Kirche, wenn sie für andere da ist“, sollten die neu errichteten Gebäude vor allem auch für jene Menschen da sein, die sich nicht mit dem Christentum verbunden fühlen.

Das vor mehr als 50 Jahren entwickelte Konzept des Apostel Johannes-Gemeindezentrum zeigt sich heute nach wie vor „funktional“ für die sich im Laufe der Zeit veränderte Gemeindearbeit.  

Allerdings geht die von den Architekten beabsichtigte Offenheit des Gebäudes durch die monolithische Nutzung des Erdgeschossbereiches durch eine Kita einer anderen Gemeinde (Stand Anfang 2025) sowie der heute damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen verloren.

Besonderheiten der Architektur

(Folgendes muss noch besser formuliert werden)

Der Architekt verwendet zeitgemäßen Materialien, setzt sie oft nicht entsprechen ihrer gedachten Funktion, sondern ästhetisch ein. So fühlt sich die Besuche rund Besucherinnen an tradierte christliche Architekturen erinnert. In diesem Sinne kann das Gemeindezentrum trotz seiner „Modernität“ als gebautes Christentum bezeichnet werden.

Zukunft

Wie überall in den Kirchen geht auch hier die Zahl der Gemeindemitglieder zurück. Deshalb befinden sich drei e V. Gemeinden im Märkischen Viertel in einem Fusionsprozess. Es wird zur Aufgabe oder der teilweisen Aufgabe eines Gemeindezentrums im Märkischen Viertel kommen. Welcher Standort es sein wird ist ungewiss.

  1. Link zum Eintrag in der Denkmaldatenbank Berlin
  2. Link zur Architektur und der Geschicht des Gemeindezentrums auf der Seite der Gemeinde
  3. Statistk Kirchen und Gemeindezentren unter Denkmalschutz EKD